Zulassung zum Designstudium

Wie kam es bei mir selbst dazu?

Eislaufen vor dem Design studierenSeit meinem sechsten Lebensjahr stand ich täglich auf dem Eis. Ich war bis ich 18 war Eiskunstläufer und habe an sechs Tagen in der Woche jeweils 2-4 Stunden trainiert. Zusätzlich bekam ich Klavier- und Geigenstunden. Abends zu Hause angekommen, machte ich meine Hausaufgaben und ging dann kaputt ins Bett. Ich hatte nie Zeit oder Gelegenheit darüber nachzudenken, was nach dem Leistungssport kommen würde. Es gab in meinem Denken nichts anderes für mich. An Design studieren hatte ich damals nicht einmal Ansatzweise gedacht.

Abrupt hörte ich mit dem Leistungssport auf. Meine neu gewonnene Freiheit brachte aber auch eine große Leere mit sich. Ich wusste nicht, was als nächstes kommen soll. Ich machte erst einmal mein Abi zu Ende. Anschließend bekam meine Mutter Panik, weil ihr Sohn nichts mit seinem Leben anzufangen wusste. Sie nahm mich bei der Hand und zerrte mich in diverse Universitäten. Dort sollte ich mich für irgendein Fach einschreiben. Ihr war egal welches, Hauptsache ich studiere. Ich wusste, dass sie es nur gut mit mir meint, wollte aber nicht mein Leben damit vergeuden irgendetwas zu studieren, was gar nicht zu mir passt. Ich war gezwungen mich mit dem Thema Studium näher auseinander zu setzen, recherchierte viel und überlegte welches Fachgebiet mich wirklich interessieren und erfüllen könnte. Ich las das erste Mal etwas darüber, dass man Design studieren kann. Aber da ich noch weit davon entfernt war zu erahnen, was ich später einmal machen möchte, informierte ich mich heimlich wo der Numerus Clausus am höchsten war und schrieb mich in Fächer wie Medizin, Psychologie und Literatur ein. Mir gefiel, was ich über das Design studieren las und machte einen Termin bei der Berufsberatung. Als ich dort das Thema Design studieren ansprach, wurde ich als erstes gefragt, ob ich auch Kunst Leistungskurs im Abi hatte. Als ich ihr antwortete, dass ich nicht einmal den Grundkurs besucht hatte, stattdessen wegen meinen Fähigkeiten auf dem Klavier den Musikkurs wählte, wurde ich von der Berufsberaterin nur müde belächelt. Sie meinte, ich solle mir etwas anderes suchen, weil man sich mit einer künstlerischen Mappe bewerben muss und ohne Kunst Leistungskurs gäbe es sowieso keine Chancen. Ich war traurig, denn ich spürte, dass ich Design studieren möchte.

Mit den Absagen für ein Medizinstudium usw. in der Tasche, entschied ich mich erst einmal dazu, mich neu zu orientieren. Etwas Neues zu sehen und Abstand zu nehmen. Sechs Monate Südamerika waren eine tolle Zeit in meinem Leben. Ich hatte ungewohnt viel Freizeit und die Möglichkeit, meinen Horizont zu erweitern. Das Thema Design studieren ließ mich aber nicht los. Ich las mehr darüber und spürte richtige Begeisterung aufsteigen, je mehr ich erfuhr. Ich hörte aber auch, dass ich Zeichnen können muss. In Peru schrieb ich mich dann in einen privaten Zeichen- und Photoshopkurs ein. Meine ersten Zeichenversuche sahen aus wie die eines dreijährigen Kindes.

Als ich zurück in Deutschland war, wollte ich an den Kursen in Peru anknüpfen und belegte verschiedene Mappenkurse an Volkshochschulen. Meistens wurden sie von freien Künstlern geleitet, die sich etwas dazu verdienen wollten. Ich dachte damals, wenn ich weiter so fleißig diese Mappenkurse besuche, werde ich stetig besser und besser und kann mich so eines Tages erfolgreich bewerben und endlich Design studieren. Da das Thema Mappe für mich damals noch ein kompletter Mythos war, las ich alles was es dazu gab und kaufte mir jedes Buch über dieses Thema. Meine Mitstreiter hatten ungefähr genauso wenig Plan wie ich, was die Mappe angeht. Es gab eine Zeit, in der ich meine Woche voll mit verschiedenen Mappen- und Zeichenkurse belegt hatte. Wir zeichneten viele Stillleben und vor allem Akt. Als dann die Bewerbungsfrist an den Unis anfing, nahm ich alle meine Zeichnungen aus den Mappenkursen und packte sie in eine Mappe. Ich bewarb mich nur an der UdK Berlin, weil ich gehört habe, dass das eine sehr gute Uni ist. Als die Absage kam, war die Enttäuschung groß. Ich wusste nicht woran es lag und auch absolut niemand konnte es mir sagen. Ich dachte, dass ich wohl noch besser zeichnen lernen müsste. Meine gesamte Familie und all meine Freunde wussten, dass ich mich beworben habe und unbedingt Design studieren wollte. Alle haben erfahren, dass ich nicht genommen wurde. Das war bitter. Ich bewarb mich dann weiter und weiter und wurde immer wieder abgelehnt. Design studieren war wohl einfach nicht drin für mich. Dabei waren die Arbeiten sogar von Leitern aus Mappenkursen abgesegnet. Aber auch diese wussten keinen besseren Rat als: „Beim nächsten Mal hast du mehr Glück.“ Es war frustrierend. Ich wollte doch bloß Design studieren und nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen. „Wieso gibt mir keiner eine Chance?“, habe ich mir immer wieder gedacht. Jedes mal erhielt ich einen Brief von den Hochschulen, in denen es hieß, dass ich die künstlerische Eignungsprüfung nicht bestanden habe. Mit anderen Worten: „Du bist nicht geeignet!“. Ich fing an daran zu glauben, dass ich halt einfach nicht geeignet bin. Die Frau bei der Berufsberatung hatte wohl doch recht gehabt.

Design studieren als Ex EiskunstläuferWieder einmal wollte ich weg. Mir irgendwie eine Auszeit nehmen, um mal wieder nachzudenken. Darüber nachdenken was wohl das Richtige für mich und meine Zukunft wäre, weil es Design studieren anscheinend nicht sein sollte. Mir fiel das Buch von Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg“ in den Schoß und ich dachte mir, dass das jetzt genau das ist, was ich brauche. Ich begab mich auf den Jakobsweg, in der Hoffnung eine neue Antwort zu finden. Um meine Mutter zu beruhigen, schrieb ich mich vorher an der TU Berlin für Landschaftsarchitektur/-planung ein. Dafür reichte sogar mein NC aus. Ich ließ mir alle Zeit der Welt und war ganze sechs Wochen unterwegs. Von Frankreich aus einmal durch ganz Spanien zu Fuß, was für mich anfangs unglaublich erschien. Es erforderte viel Durchhaltevermögen, gerade am Anfang. Aber nach der Zeit lernte ich, dass es lediglich darauf ankommt, einen Schritt nach dem anderen zu setzen. Solange man damit nicht aufhört, kommt man unweigerlich ans Ziel. Anstatt auf neue Gedanken bezüglich meiner Zukunft zu kommen, wurde ich durch den Jakobsweg bestärkt meinen bisherigen Weg fortzusetzen, um es eines Tages zu schaffen endlich Design studieren zu können. Auch wenn es hart ist und immer wieder Schwierigkeiten auftreten, wenn ich nicht aufhöre einen Schritt nach dem anderen zu setzen, dann ist die logische Konsequenz irgendwann ans Ziel zu kommen. Als ich wieder zu Hause war, wusste ich was ich wollte: Nicht aufgeben und immer weiter gehen in Richtung Designstudium. Allerdings wurde ich auch an der TU Berlin für Landschaftsarchitektur/-planung zugelassen. Ich dachte mir, ich geh ab und zu zur Vorlesung und mache nebenbei meine Mappe. Aber Pustekuchen, der Arbeitsaufwand für das Studium war nicht ohne und meine Mappe kam viel zu kurz. Einmal bewarb ich mich noch an der Bauhausuniversität Weimar. Einige meiner Kommilitonen hatten das mitbekommen und mir viel Glück gewünscht, aber ich scheiterte auch da wieder. Mir wurde immer klarer, dass ich entweder in meinem jetzigen Studium hängen bleibe und nie wieder an Design studieren denken sollte oder das bisherige Studium sausen lassen sollte, um mich voll und ganz der Mappe zu widmen. Das dritte Semester an der TU war ich zwar eingeschrieben, ging aber nicht mehr wirklich hin. Um noch einen Anspruch auf Bafög beim nächsten Studium zu erhalten, musste ich mich bis zum vierten Semester exmatrikuliert haben. Ich schrieb die Prüfungen für das dritte Semester notfalls noch mit, ging aber hinterher zum Immatrikulationsbüro, um mich zu exmatrikulieren. Meine Kommilitonen waren außer sich. Sie konnten es nicht fassen, dass ich eineinhalb Jahre einfach so wegwerfe für etwas, was bisher nicht geklappt hat und keine Aussicht darauf besteht, dass es einmal klappen sollte. Ich hatte Angst vor der Exmatrikulation, fühlte mich aber hinter wie befreit. Ich ging zur Mappenberatung an der FH Potsdam, wo meine Zeichnungen von einem Professor müde belächelt wurden. Er sagte mir, dass das kein Design sei, sondern wenn überhaupt dann Kunst. Ich fing an, mich mit dem Unterschied zwischen Design und Kunst zu beschäftigen und entschied mich dazu in Zukunft nur noch Design zu machen. Ich kaufte mir Bücher u.a. zum Thema Gestaltungsgrundlagen, Fotografie, Logodesign und Typografie und suchte den Kontakt zu http://www.design-studieren.de. Ich besuchte nicht einen einzigen Zeichenkurs mehr und fing an mich für Fotografie zu interessieren. Auch wenn ich mir keine Spiegelreflexkamera leisten konnte, kaufte ich mir wenigstens eine einigermaßen gute Digitalkamera und fing an zu fotografieren. Ich wurde wieder und immer wieder abgelehnt, aber das machte mir nicht mehr so viel aus wie früher. Ich vertraute darauf, was ich auf dem Jakobsweg gelernt habe: Sich auf den jeweiligen Schritt konzentrieren und nicht auf das finale Ziel. Mit anderen Worten: im Hier und Jetzt sein.

Design studieren wollte nicht nur ich. Durch eine frühere Mitstreiterin kam ich auf den besten Mappenkurs, den ich je besucht habe. Viele waren schon recht fortgeschritten und hatten das Zeichnen von irgendwelchen Stillleben oder Aktmodellen bereits sein gelassen und sich viel mehr auf ihre persönlichen Interessen und Vorlieben gestürzt. Das schwierige für mich zu diesem Zeitpunkt war, dass mir nicht klar war, was meine persönlichen Interessen und Vorlieben sind. Viel lieber hatte ich es, wenn man mir Themen vorgab. Ich liebte daher Hausaufgaben, die von den Hochschulen gestellt wurden. Ich hatte so immer eine Ausrede mir selbst keine Themen zu setzen. Über Umwege kam ich letztendlich doch dazu mich mit meinen Interessen zu beschäftigen und diese in meinen Arbeiten widerspiegeln zu lassen. Ich stellte eine Mappe zusammen, in der es so gut wie keine einzige Zeichnung gab und buchte so viele Mitfahrgelegenheiten und Herbergen in ganz Deutschland, wie meine Ersparnisse und der Geldbeutel meiner Eltern es zuließen. Um Design studieren zu können bewarb mich in Berlin, Potsdam, Münster, Augsburg, Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach, Stuttgart und noch einigen anderen Orten. Es war ein richtiger Marathon. Inzwischen wusste ich ganz gut, was ich für eine erfolgreiche Mappe brauche und was nicht. Ich wusste auch, dass ich einige gute Arbeiten in meiner Mappe habe und hätte ab jetzt noch viel bessere Arbeiten erstellen können. Mir fehlte nur die Zeit. Ich hoffte daher, dass die Mappe ausreichen würde, um nicht noch ein weiteres Jahr warten und bangen zu müssen. Und so kam es: Ich habe die künstlerische Eignungsprüfung an der FH Potsdam, an der Merz Akademie in Stuttgart und an der Hochschule Darmstadt bestanden. Seit Oktober 2009 studiere ich an der Hochschule Darmstadt Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie.

Autor MappenGuideIch habe mich über vier Jahre darauf vorbereitet Design zu studieren, bin sehr oft gescheitert und musste lernen warum. Dadurch habe ich mir die einzelnen Schritte bewusst gemacht, die notwendig sind für eine erfolgreiche Bewerbung. Nun bin ich bereit, dir mein Wissen und meine Erfahrung weiterzugeben, um dir zu helfen deinen eigenen Weg zu finden. Niemand schaut länger zu wie jemand leidet, wenn man einmal aus den selben Gründen gelitten hat. Ich habe beschlossen ein Buch zu schreiben, in dem ich ein für alle Mal den Mythos um die Bewerbungsmappe auflösen werde und jeder nachvollziehen kann, wie man selbstständig herausfindet was am Besten für die eigene Mappe ist. Wenn du Design studieren willst, dann schaue dir das Buch jetzt an:

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